Zweimal zwei Yagis am Feuerkogel
Der Horizont war gerechnet, die Stationen auch. Jetzt die Anlage: zwei gestockte 12-Element-Yagis, eine fest nach Deutschland, eine auf dem Rotor — und die Frage, wo am Feuerkogelhaus überhaupt ein Mast stehen darf, wenn rechts die Leute gehen, links die Paragleiter starten und hinten der Berg abbricht. Dazu der Vergleich mit dem Stuhleck.
Für das Feuerkogelhaus gibt es zwei Beiträge: was der Feuerkogel sieht und wo die Stationen wirklich sind. Beide enden mit einem Plan für zwei feste Quads und eine Yagi auf dem Rotor. Seitdem hat das Stuhleck gezeigt, wie viel ein Stack bringt, und für den Feuerkogel steht jetzt fest: beide Antennen werden gestockt, beide bekommen einen Rotor, und einer bleibt meist auf Deutschland stehen. Dieser Beitrag rechnet die Anlage dafür neu — welche Antennen, wohin sie zeigen und wo sie am Haus stehen können.
Wie
Die Methode ist dieselbe wie am Stuhleck. Für den Fernhorizont das SRTM-Geländemodell, ein Strahl je Grad, zehn Meter Antenne, 4/3-Erde, 500 Kilometer weit. Für die Gegenstationen die 3 215 Contestlogs der IARU-Conteste 2024 und 2025 und des Marconi 2025, dazu für Deutschland die DARC-Contestlisten 2025. Für die letzten hundert Meter das Laserscan-Oberflächenmodell des BEV, diesmal in einem Raster von drei Metern um das ganze Haus.
Neu ist der Boden. Das Oberflächenmodell kennt Dächer und Baumkronen, aber nicht, was darunter liegt. Wo Büsche stehen, hat es sonst den Wipfel für den Boden gehalten. Jetzt kommt der Boden aus dem Geländemodell Österreich (10 m, offene Daten), und jede Masthöhe wird von dort aus gemessen.
Gezählt wird wie im Abschnitt Die Wahl am Stuhleck: Eine Station zählt, wenn eine Antenne sie über dem Horizont und mit dem nötigen Gewinn im Strahl hat — sechs dBi bis 300 Kilometer, ab da drei Dezibel je hundert Kilometer mehr.
Was der Feuerkogel sieht
Kurz zur Erinnerung: Frei ist der Horizont von 294° über Nord bis 83°, 0,5 bis 0,95 Grad unter der Waagrechten, gebildet vom Bayerischen Wald, vom Böhmerwald und vom Mühl- und Waldviertel. Im Norden steht nur ein Zahn im Weg, der Traunstein bei 54° mit +0,27°. Von 106° über Süd bis 293° ist zu, das Höllengebirge mit dem Dachstein und den Tauern dahinter. Innerhalb von 700 Kilometern stehen 2 260 Contest-Stationen mit Log, 1 388 davon liegen über dem Horizont: Deutschland 622, Polen 356, Tschechien 236, die Slowakei 87, Österreich 48, Ungarn 24. Von den 1 319 deutschen Stationen der DARC-Liste sind 1 107 frei. Hinter dem Berg liegen Italien, Kroatien, Slowenien und der deutsche Südwesten mit München, Stuttgart und dem Allgäu.
Die Antennen

Am Stuhleck hat die Rechnung zwei Stacks ergeben: die Yagis nach Deutschland, die Quads auf dem Rotor für die beiden großen Blöcke im Osten und im Süden. Am Feuerkogel gibt es keinen Süden. Alles, was frei ist, liegt zwischen Nordwest und Ost, in einem halben Kreis. Einen breiten Quad-Stack (69°, 14,5 dBi) braucht es dafür nicht, der schmale Yagi-Stack (34°, 17,8 dBi) mit seinen drei Dezibel mehr ist besser. Darum stehen hier zweimal zwei 12JXX2:
| Anlage | geteilt | umgeschaltet |
|---|---|---|
| 2 × 12JXX2 fest 328° + Quad-Stack auf dem Rotor | 743 Stationen, Deutschland 578 | 1 087, Deutschland 841 |
| 2 × 12JXX2 fest 328° + 2 × 12JXX2 auf dem Rotor | 895, Deutschland 710 | 1 183, Deutschland 1 035 |
Deutschland meint hier die DARC-Liste. Die Quads sind mit ihren besten drei Stellungen gerechnet, die Yagis mit den dreien, die geplant sind.
Der feste Stack zeigt auf 328°, den Schwerpunkt der deutschen Stationen: Nürnberg, Regensburg, Erfurt, Hamburg. Der Rotor-Stack hat drei Stellungen:
- 8° für Berlin, Dresden, Leipzig und Prag,
- 304° für Frankfurt und Köln,
- 46° für Breslau, Ostrava und Kraków.
Wer immer auf den Stack schaltet, der gerade dran ist, erreicht 1 183 Stationen. Wer mit festem Teiler auf beiden zugleich sendet, hat je die halbe Leistung und kommt auf 895. Das ist dieselbe Regel wie am Stuhleck: senden auf eine Antenne, hören auf allen.
Wo am Haus Platz ist

Gerechnet ist der beste Platz schnell gefunden. Stehen darf dort trotzdem nicht jeder Mast. Der Shack ist im Haus, also müssen die Masten nah ans Haus. Rechts gehen die Leute zur Bergstation. Links liegt die Startrampe der Paragleiter, dort gehört keine Abspannung hin. Hinter dem Haus fällt der Boden nach Norden um fünfzehn bis fünfundzwanzig Meter ab. Und vor dem Haus verdeckt das Haus selbst, zehn Meter hoch, den ganzen Norden.
Was übrig bleibt, hat die Rechnung für jeden Platz bis 18 Meter von der Wand geprüft, mit beiden Yagis des Stacks getrennt — die obere auf 9,7, die untere auf 6,4 Metern:
- Links, zwischen Hauswand und Rampe, liegt der Boden drei bis fünf Meter höher als am Haus. Dort sieht der Rotor-Stack am meisten: 824 Stationen mit beiden Yagis frei in seinen drei Stellungen. Näher als zehn Meter an der Westwand wird es deutlich schlechter, weil Haus und Büsche der unteren Yagi den Norden nehmen. Der Umsetzer OE5XFK an der Westecke ist 13 Meter entfernt.
- Rechts, knapp an der Ostwand, ist nach 328° alles frei, wie überall am Haus. Dort steht der feste Stack.
Die beiden Masten stehen 45 Meter auseinander, beide zehn Meter hoch, die Booms können sich nicht treffen. Zum Vergleich: Im Spalt zwischen Haus und Bergstation hätte der Rotor-Stack auf 8° direkt in die Christophorushütte geschaut, die untere Yagi wäre in zwölf Grad ihrer Keule verdeckt gewesen.
In drei Dimensionen
Das Orthofoto von basemap.at liegt auf dem Laserscan-Gelände. Gasthaus, Christophorushütte, Kapelle und die Bergstation der Feuerkogelseilbahn haben ihre gemessenen Höhen, dazu kommen die Seilbahn nach Ebensee und der Umsetzer. Die Zählung im Kasten rechnet bei jeder Drehung und jeder Höhe neu, mit allem, was im Laserscan steht.
Die Daten
| Standort | Gasthaus Feuerkogelhaus, Höllengebirge, Gemeinde Ebensee, JN67UT |
| Fester Stack | 47,815845 N / 13,721748 O · rechts neben dem Gasthaus, rund 5 m von der Ostwand · Mast 10 m · 2 × 12JXX2 gestockt auf 6,4 und 9,7 m · 328° |
| Rotor-Stack | 47,815872 N / 13,721146 O · links zwischen Hauswand und Paragleiter-Rampe, rund 13 m von der Westwand, Boden 1 597 m · Mast 10 m · 2 × 12JXX2 gestockt auf 6,4 und 9,7 m · 8° / 304° / 46° |
| Abstände | Masten 45 m auseinander · Umsetzer OE5XFK 13 m vom Rotor-Mast |
| Boden | Spalt östlich vom Haus 1 592 m, First des Gasthauses 1 602,9 m (Laserscan) |
| Horizont | frei 294°–83°, Traunstein-Zahn 52,7°–54,2° bis +0,27°, zu 106°–293° |
| Stationen ≤ 700 km | 1 388 frei von 2 260 · Deutschland (DARC) 1 107 von 1 319 · Σ 627 000 km |
| Anlage | umgeschaltet: 1 183 Stationen, 717 bis 500 km, Deutschland 1 035 · geteilt: 895, Deutschland 710 |
| Gegen Quad-Stack | fest 328° + Quad-Stack auf dem Rotor: 1 087 / Deutschland 841 (umgeschaltet) · 743 / 578 (geteilt) |
Feuerkogel und Stuhleck

Beide Standorte sind jetzt fertig gerechnet, jeweils mit ihrer eigenen Anlage und derselben Regel.
| Feuerkogelhaus | Stuhleck | |
|---|---|---|
| Stationen frei ≤ 700 km | 1 388 | 1 741 |
| Länder | 10 | 18 |
| Deutschland frei (DARC) | 1 107 von 1 319 | 606 von 943 |
| Anlage, umgeschaltet | 1 183 | 1 308 |
| davon bis 500 km | 717 | 869 |
| davon Deutschland (DARC) | 1 035 | 551 |
| Anlage, geteilt | 895 | 948 |
| davon Deutschland (DARC) | 710 | 316 |
| Σ Kilometer frei | 627 000 | 754 000 |
Das Stuhleck hat mehr Stationen und mehr Länder, und im Nahbereich ist es klar besser: Italien, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Serbien gibt es am Feuerkogel nicht. Der Feuerkogel hat Deutschland. Mit der geplanten Anlage erreicht er fast doppelt so viele deutsche Stationen wie das Stuhleck, weil dort die Rax, die Schneealpe und der Hochschwab vor dem deutschen Norden stehen. Beide Anlagen sind zweimal zwei 12JXX2; geteilt auf beide Stacks liegt das Stuhleck knapp vorn, 948 gegen 895.
Die Wahl hängt also davon ab, was man im Contest sammeln will. Wer deutsche Stationen will, und dort sind die meisten, fährt auf den Feuerkogel. Wer Länder und Kilometer im Süden und Osten will, fährt aufs Stuhleck.
Die Standortwahl
Am Ende zählen im Contest Kilometer. Darum noch einmal beide Standorte mit derselben Anlage, zweimal zwei 12JXX2, beide Stacks senden gleichzeitig, einer steht auf Deutschland (Feuerkogel 328°, Stuhleck 302°). Gezählt ist die Summe der Kilometer aller erreichten Stationen bis 700 km, einmal mit dem Rotor-Stack auf seinen drei besten Stellungen, einmal frei gedreht, so wie im Contest nach Cluster und Sked gedreht wird. Beim Stuhleck dazu die Variante ohne Tabu, falls die Bergbahn das Senden Richtung Seilbahn erlaubt.
| Punkte (km) | Feuerkogel | Stuhleck mit Tabu | Stuhleck ohne Tabu |
|---|---|---|---|
| halbe Leistung je Stack, Rotor auf 3 Stellungen | 327 000 (845 Stationen) | 298 000 (869) | 322 000 (890) |
| halbe Leistung je Stack, Rotor dreht frei | 415 000 (1 051) | 437 000 (1 222) | 506 000 (1 357) |
| volle Leistung je Stack, Rotor auf 3 Stellungen | 543 000 (1 240) | 463 000 (1 182) | 497 000 (1 181) |
| volle Leistung je Stack, Rotor dreht frei | 622 000 (1 375) | 681 000 (1 624) | 753 000 (1 738) |
Der Feuerkogel gewinnt nur, solange der Rotor auf wenigen Stellungen bleibt; dann trägt Deutschland alles. Wird gedreht, liegt das Stuhleck vorn, mit Tabu um 5 bis 10 Prozent, ohne Tabu um gut 20 Prozent, und der Abstand wächst mit der Leistung, weil am Stuhleck viel mehr Stationen frei zu sehen sind. Dazu kommt der Aufbau: freie Kuppe, Auto daneben, gegen Masten eng am Haus zwischen Weg, Rampe und Abbruch. Und der Plöckenstein, wo OE5BGN funkt, liegt vom Feuerkogel 107 Kilometer genau in der Richtung Prag–Berlin, vom Stuhleck 195 Kilometer hinter der Rax. Die Wahl fällt aufs Stuhleck.
Vorbehalt
Die Zahlen zählen Logs, keine Stationen, und sie sind ein bis zwei Jahre alt. Das Laserscan-Oberflächenmodell hat einen Stand, der älter ist als der letzte Sommer: Gewachsene Büsche kennt es nicht. Die genaue Lage der Paragleiter-Rampe steht in keiner Karte, der linke Mast ist nach Augenmaß gesetzt. Ob Masten am Haus überhaupt aufgestellt werden dürfen, sagen der Wirt und die Bergbahnen, nicht die Rechnung. Und vor dem Contest gehört ein Tiefpass an die Endstufe und ein Anruf beim Betreuer von OE5XFK.
73 · OE5SOS