24 Stunden bei OE1W

06. September 2025 ·2 m

Zu Gast auf der Traisnerhütte beim IARU-Region-1-UKW-Contest. 1 038 Verbindungen in vierundzwanzig Stunden, Rang sechs von 193 Mehrmann-Stationen in ganz Europa.

Morgenpanorama vom Muckenkogel, in den Tälern liegt geschlossener Nebel
06.09.2025 · JN77TX

Im September 2025 durfte ich die Conteststation OE1W besuchen. Sie steht auf der Traisnerhütte am Muckenkogel über Lilienfeld, auf 1 313 Metern, Locator JN77TX. Funkamateure sind dort seit über zwanzig Jahren zu Gast.

Der Aufstieg war gut, das Wetter perfekt.

Die Traisnerhütte am Muckenkogel, ringsum die Masten der Conteststation

Der Contest

Der IARU-Region-1-UKW-Contest auf 144 MHz lief von Samstag 16:00 bis Sonntag 16:00 Uhr — vierundzwanzig Stunden ohne Unterbrechung. In der Wertung standen am Ende 1 910 Logs aus 35 Ländern.

Das Ergebnis von OE1W:

1 038 Verbindungen wurden geloggt, 976 davon nach der Gegenprüfung gewertet — ein Fehleranteil von 6,4 Prozent, für eine Nacht durchgehendem Betrieb ein sehr sauberer Wert. Daraus wurden 409 912 Punkte und damit Rang 6 von 193 Mehrmann-Stationen in ganz Region 1.

Die weiteste Verbindung ging an G4PIQ in England — 1 127 Kilometer auf zwei Metern.

Die Antennen

Das ist der Teil, der einen beim Ankommen zuerst trifft. Fünf Antennengruppen stehen dort oben:

8 × 9 Elemente      4 × 9 Elemente      2 × 18 Elemente
4 × 4 × 8 Elemente                      3 × 12 Elemente

Zusammen sind das über dreißig Yagis und, wenn man die Elemente zusammenzählt, gut dreihundert Stück. Dazu ein Kilowatt an der Endstufe.

Gestockte Yagis übereinander am Mast, dahinter Schleierwolken

OE1W zählt damit zu den modernsten UKW-Conteststationen in Europa. Das merkt man nicht an einem einzelnen Gerät, sondern daran, dass alles zusammenpasst: Antennen, Vorverstärker, Leitungen, Drehwerke, Rechner.

Die Arbeitsplätze im Inneren, darüber die Kabelführung an der Holzwand

Vierundzwanzig Stunden

Ein Contest über einen ganzen Tag hat einen eigenen Rhythmus. Der Samstagabend ist laut, in der Nacht wird es dünn und die Verbindungen werden weit, und am Sonntagvormittag kommt alles noch einmal zurück. Wenn die Sonne flach steht, sieht man erst, wie viel dort oben in der Luft hängt.

Der große Mast mit den gestockten Gruppen im flachen Licht, daneben die Fahne und die Dächer der Hütte

Am Sonntagmorgen lag in allen Tälern geschlossener Nebel, und die Masten standen frei darüber.

Zwei Antennenmasten über einem geschlossenen Nebelmeer, dahinter die Alpen

Danke

Vielen Dank an Michael Kastelic, OE1MCU, Präsident des Österreichischen Versuchssenderverbandes, an Rainer, OE3REC, und an Emir, E77DX — für die Einladung, für die Zeit und dafür, dass ich einer Station bei der Arbeit zusehen durfte, die in dieser Liga spielt.

73 · OE5SOS