OE/OO-413 Brenntenkogel
Brenntenkogel über Ebensee
1 135 Meter, vier Punkte und ein Weg, der oben aufhört, einer zu sein. Dafür Himbeeren, so weit der Arm reicht.
Ein netter Berg, den kaum jemand geht. Der Brenntenkogel steht nordwestlich über Ebensee, 1 135 Meter, Locator JN67vt — in der SOTA-Wertung vier Punkte. Man sieht ihn vom Tal aus kaum als eigenen Gipfel; er ist eher die höchste Stelle eines langen bewaldeten Rückens.
Genau deshalb geht ihn niemand. Auf dem ganzen Weg kein zweiter Mensch.
Der Weg
Unten ist alles in Ordnung. Forstweg, Steig, klare Sache. Im oberen Teil hört die Markierung praktisch auf — was noch da ist, ist alt und steht selten dort, wo man es braucht. Man geht dann nach Gelände und nach Gefühl, und beides funktioniert hier auch, weil der Rücken selbst die Richtung vorgibt.
Trotzdem: wer hier zum ersten Mal geht, sollte den Weg auf dem Gerät haben. Es gibt Stellen, an denen zwei plausible Fortsetzungen nebeneinander liegen und nur eine davon weitergeht.

Der Wald ist streckenweise geschlagen. Das sieht rau aus, öffnet aber den Blick — auf halber Höhe steht man plötzlich frei über dem Tal, was auf einem durchgehend bewaldeten Rücken sonst nie passiert.
Himbeeren
Und dort, wo geschlagen wurde, stehen die Himbeeren. Direkt am Weg, dichte Stauden über hunderte Meter, im Juli reif. Man kommt schlecht daran vorbei, ohne langsamer zu werden.

Das ist der eigentliche Grund, im Juli hier zu gehen.
Oben
Kurze Sache am Gipfel: IC-705, 145,500 in FM, Rundstrahler am Stecken. Dazu ein Blick auf den SWR-Verlauf, bevor es losgeht — bei einer Antenne, die den halben Aufstieg im Rucksack gesteckt hat, ist das keine verlorene Minute.

Ins Tal schaut man nach Südosten auf Ebensee, dahinter zieht die Kette weiter. Ein Gipfel, der für seine Höhe erstaunlich viel hergibt — und der einen den ganzen Nachmittag für sich allein lässt.
73 · OE5SOS